Dienstag, 31. Januar 2012

Ansgar Heveling hat versagt


Ansgar wer? Nein, nicht der Drittliga-Fußballer - der neue Ansgar spielt nicht Ball, der Ansgar, den seit heute jeder kennt ist Drittliga-Politiker und hat sich mit seinem geistigen Blackout auf die Titelseite geblödelt. Das ist in etwa so, als würde ein Reserve-Spieler des VfL Osnabrück wegen einer Grippwelle der Stammspieler zum Einsatz kommen, drei Eigentore schießen, einen eigenen Mitspieler umgrätschen, die Abseitsregel nicht kennen und dafür am nächsten Samstag in die Sportschau eingeladen werden.
Ansgar Heveling heißt die CDU-Neuentdeckung aus Kerschenbroich, der seit Oktober 2009 einen der hinteren Plätze im Deutschen Bundestag besetzt. Der 39-jährige, leicht übergewichtige Träger der Ehrenmedaille der Bundeswehr hat sich im Handelsblatt über das Internet ausgelassen und mit ein paar beeindruckend unqualifizierten Meinungen für Furore gesorgt.

"Wenn wir nicht wollen, dass sich nach dem Abzug der digitalen Horden und des Schlachtennebels nur noch die ruinenhaften Stümpfe unserer Gesellschaft in die Sonne recken und wir auf die verbrannte Erde unserer Kultur schauen müssen, dann heißt es, jetzt wachsam zu sein."

"Das Web 2.0 wird bald Geschichte sein. Es stellt sich nur die Frage, wie viel digitales Blut bis dahin vergossen wird."


"Also, Bürger, geht auf die Barrikaden und zitiert Goethe, die Bibel oder auch Marx. Am besten aus einem gebundenen Buch!"


Ich kann kaum glauben was da für Leute für uns im Bundestag sitzen. Gut, dass die Bundeswehr nicht immer die größten Denker unserer Zeit auszeichnet war schon irgendwie klar, aber so was? Als kleines Dankeschön hat dann gleich mal ein Mitglied, der von ihm wenig geschätzten "Netzgemeinde" seine offizielle Webseite gehackt und mit einem netten Text versehen:



Ich habe versagt


30.01.2012

Ich habe einen Fehler gemacht. Jeder kleine Gnom aus der Internetwelt kennt nun den Admin-Benutzernamen samt Kennwort dieser Seite, da ich zu naiv war, zu glauben, niemand würde es herausfinden. Ich entschuldige mich dafür, dass ich ein so miserabler Mensch bin und werde mich in Zukunft voll und ganz aus der Politik zurückziehen. Menschen wie ich sollten keine politische Macht haben. Ich sehe ein, dass mein Gastbeitrag Unsinn war.
Es lebe eure Revolution, meine Internetfreunde!
Ihr Ansgar Heveling

Montag, 30. Januar 2012

Wulff meine Mailbox nicht zu - Deutsch sprechen mit dem Präsidenten

Bei aller Kritik am Verhalten des Bundespräsidenten, in der kurzen Zeit seiner Amtszeit hat Christian Wulff,  die deutsche Sprache so stark geprägt wie seit Heinrich Lübke es keiner seiner Vorgänger mehr getan hat. Anders als einfache Minister wie der, nach Konny Reimann derzeit beannteste deutsche Auswanderer Mr. Guttenberg, hat es Wulff eben nicht nur zu einem einzigen Wort gebracht (gutenbergen - abschreiben, kopieren), sondern hat mit einer Vielzahl sprachlicher Zuckerstückchen die Vitalität unserer schönen Sprache beeindruckend gestärkt. Er hat für mit seiner lässigen Art Ausdrücke populär gemacht, die hoffentlich auch dann noch den aktiven Wortschatz seines Volkes vergolden, wenn das Häuschen in Großburgwedel schon längst abbezahlt sein wird und der Christian mit seiner Betty wieder ganz entspannt auf Kumpel Maschmeyers Terrasse sitzen werden und dabei neue Buch-Projekte besprechen können.


Hier eine Übersicht der schönsten Wortschöpfungen und Redewendungen, die wir BP Wulff zu verdanken haben:

"ich bin auf dem Weg zum Emir"
bedeutet: geh´mir jetzt nicht auf die Nerven, ich ruf´dich morgen zurück

"der Rubikon ist überschritten"
bedeutet: ich mach dich fertig

"sich einen Wulff reden"
bedeutet: sich mit kreativen Halbwahrheiten und suboptimalen Erklärungsversuchen, Drohungen und Ungereimtheiten aus der Schusslinie heraus winde

„wulffen"
bedeutet: jemandem mit unschönen Drohungen die Mailbox vollquatschen

Dienstag, 24. Januar 2012

Großer Mund, kleiner Geist - Innenminister Friedrich denkt nach


Wie er kuckt, so denkt er wohl auch - Bundesinnenminister Friedrich

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich findet es also normal, dass die Mädels und Jungs von der PDS, also jetzt von der Linken, vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Gut, nicht nur dass der Verfassungsschutz Nazi-Sponsoring betreibt (Döner Mord - Powered by Verfassungsschutz), auch in Leuten wie Gysi und Bartsch sieht der Brillenträger aus Oberfranken eine potentielle Gefahr für die Demokratie. NPD und Linke sind für den Tiefdenker aus Bayern also in einer gemeinsamen Schublade und da hofft man nur, dass endlich einer den Verfassungsschutz auch auf die christliche Fundamentalisten-Partei CSU ansetzt. In diesem Sinne meint der Retter der Demokratie und momentaner Innenminister also:

"Es gibt erhebliche Hinweise, dass die Linke (...) solche verfassungsfeindlichen Tendenzen hat."

-  Hans-Peter Friedrich, CSU, Bundesinnenminister


Hape Friedrich, der Mann also, der sich selbst schon an seinem ersten Tag als Minister mit dem beeindruckend einfältigen Satz "Dass aber der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends belegen lässt“ als potentielles Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes beworben hat, fällt also wieder mal unangenehm auf. Wie wäre es denn, wenn er einfach offiziell die Stasi oder die Gestapo wieder einführen würde und wie früher jeder jeden beobachtet, dafür Geld bekommt und IM Friedrich ganz offiziell Staatsfeind Gysi bespitzeln darf? Friedrich, setzen sechs.

Das perfekt getrennte Paar - Heidi Klum & Seal


Aus.Schluss.Vorbei. Heidi Klum und Seal

Nach dem großem Diktatorensterben, dem lustigen Schiffe versenken und den vielen europäischen Gipfel-Klassenfahrten, gibt es endlich mal wieder etwas, das wirklich eine Meldung wert ist: Heidi Klum und Seal sind nicht etwa nackt zusammen am Strand fotografiert worden und haben es gemeinsam auf das Playboy Titelblatt gebracht - nein, die beiden sind einfach nur frisch getrennt und die schöne Story von "The Beauty and the Beast" ist Vergangenheit. Seal schreibt auf Twitter kurz und schmerzvoll "The End", während Heidi Dingsbums die Trennung nicht kommentiert und lieber einen Tweet über ihre neue Halskette veröffentlicht:"What do you all think of my Lorraine Schwartz necklace?? Feeling like a princess!". Auch nicht schlecht.

Die blonde Princess und der glatzköpfige Schmachtsänger sind also wieder zu haben und warum die Love Story zu Ende gehen musste, das hat uns der gute Thommy in "Gottschalk Live" erklärt: "Zwei Show-Größen in einer Familie passen einfach nicht. Das ist genauso, als ob zwei Urologen Chefarzt werden wollen."

Alle klar? Klar, Thommy!

Montag, 23. Januar 2012

Immer weiter - Wulff bleibt und macht weiter wie immer

Weitermachen wie immer. Von Wulff sieht und hört man nichts. Fast wie in den ersten 1 1/2 Jahren seiner Amtszeit scheint er sich unsichtbar gemach zu haben. Wenn er so weiter macht, dann läuft es so eben weiter und weiter und weiter und keiner hat was gemerkt.

Dank der Costa Concordia, des Iran-Konflikts, des Rückrunden-Starts der Fußball-Bundesliga, der neuen Dschungelcamp-Staffel  und einem allgemeinen Gefühl sowieso schon lange genug von Wulff und seinen kleinen, schwer durchschaubaren Geschichtchen zu haben, scheint der Präsident momentan auf einem guten Weg zu sein. Trotz der Razzia bei seinen ehemaligen Sprecher und niedersächsischen Buddy Olaf Glaeseker, Renate Künasts Bitte "Herr Bundespräsiden, erlösen Sie uns!" und vieler ungeklärter Fragen, sieht es gut für ihn aus. Die Fakten haben sich nicht geändert, die Stimmung allerdings schon und bevor die ganze Geschichte endgültig zu den Akten gelegt wird, erinnern wir uns noch einmal an einen der besseren Momente im Leben des Christian W. und zitieren ihn selbst:

"Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann."

 - Christian Wulff im Jahr 2000 zur Flugaffäre des Bundespräsidenten Rau

Samstag, 21. Januar 2012

Schlecker geht - For You. Vor Ort. Vorbei.

For You. Vor Ort. Vorbei.

Schlecker ist pleite und alle jubeln. Spiegel.de nennt es die "Quittung für den Billig-Rambo", Sueddeutsche.de bezeichnet die Drogerie-Kette als "Laden-Hüter" und Stern.de kommt in "Schleckers Misere im Detail" auf den Schlecker-Unternehmenssprecher Florian Baum zu sprechen. Der hat der Kundschaft des Billig-Rambos erst im Herbst letzten Jahres “niedriges bis mittleres Bildungsniveau” bescheinigt und mit seiner ehrlichen Sicht auf die Welt für einen echten Kommunikations-Gau gesorgt. Mit so dummen Kunden kann man eben kein Geld verdienen und da drängen sich spontan ein paar Fragen auf:
  • Was ist mit Kik, Aldi, Lidl und Norma - gehen die jetzt auch pleite?
  • Waren die Leute zu der Zeit als Schlecker noch viel Geld verdient hat so dumm wie heute, noch dümmer oder weniger dumm?
  • Ist der Gründer der Kette, Anton Schlecker aus Ehingen und 2010 laut Forbes im weltweiten Milliardär-Ranking auf Platz 362, etwa auch dumm?
  • Ist der, der möglichst billig kauft, nicht grundsätzlich dumm, weil er meistens totalen Scheiss kauft
  • Warum wollen die jahrelang geknechteten, ausspionierten, mies behandelten und schlecht bezahlten Mitarbeiter jetzt auch noch ihren Job behalten und warum sind sie nicht einfach froh, dass der Laden endlich am Ende ist?
  • Braucht man nicht sowieso Kunden mit “niedrigem bis mittlerem Bildungsniveau” für das Schlecker-Geschäftsmodell, weil intelligente Leute eh in anderen Läden kaufen?
  • Funktioniert der Kapitalismus doch? Hätte Schlecker in der DDR überlebt?

Mit Jägerzaun und trostlos wie immer - Schlecker-Filiale in Berlin


Egal wie dumm das alles sein mag, auffallend ist auf jeden Fall, dass Schlecker in die "Planinsolvenz" geht und auf diese Nachricht überall positiv reagiert wird. Niemand scheint einen Retter wie bei Karstadt, eine zweite Chance wie bei Opel oder gar einen erfolgreichen Neuanfang zu wollen.

Wer, wie fast alle Menschen in diesem Land, jahrelang beim Vorbeigehen an den hässlichen Märkten mit Brechreiz gekämpft hat, wer die ästhetische Umweltverschmutzung in den Straßen ertragen musste und wer vielleicht sogar einmal rein ging, in einen Schlecker-Markt, und die deprimierende Atmosphäre ertragen musste, für die die Schlecker-Chefs, Schlecker-Mitarbeiter und Schlecker-Kunden mit “niedrigem bis mittlerem Bildungsniveau” gesorgt haben - ja, der will den Billig-Rambo aus der schwäbischen Provinz sicher nicht mehr in seinem Kiez, seinem Viertel oder seinem Dorf sehen. Für alle, die sich schon lange von Schlecker belästigt gefühlt haben, ist heute ein guter Tag.

Tschüss Schlecker - bitte komm nicht wieder.