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Dienstag, 9. Februar 2010

Cheet Sheet

Sarah Palin ist zurück und sie sieht großartig aus. Nach diversen Streitereien mit Fast-Schwiegersöhnen, Ex-Schwagern und sonstigem Gesocks, kann sie sich endlich wieder auf das konzentrieren, was sie am besten kann: Die Beine in die Kamera strecken und große Reden schwingen. Damit die kleinen und großen Geistesblitze aber nicht in den Weiten des Palinschen Großhirns verloren gehen, hat die sexy Ex-Gouverneurin, Ex-Bürgermeisterin, Ex-Vize-Präsidenschafts-Kandidatin und Ex-Schwiegermama-in-spe-von-bald-Playgirl-Model-Levi-Johnston einen alten Schultrick zurück in die große Politik geholt: Den Spicker. Wer die Antworten auf böse Prüfungsfragen eben nicht so genau weiß, der schreibt sich die republikanischen Grundsätze in die Innenhand und hat dann, mit oder ohne Brille, immer den vollen Durchblick. Das funktioniert perfekt, das ist cool, das ist ur-amerikanisch, das ist 100% Palin. Aber eigentlich geht es ja nur um sieben Wörter, wovon eines wegen mangelnder Wichtigkeit sogar noch auf der Hand durchgestrichen wurde.

Energy
Budget Tax cuts
Lift American Spirits

Und so sieht es dann aus, wenn Alaska´s First Mom ganz unauffällig mal nach unten blinzelt.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Sarah Palin hat recht

Seit Wochen fragen sich erstaunte Beobachter des amerikanischen Wahlkampfes warum zum Teufel Kriegsheld John McCain das bebrillte Landei und die bekennende Anti-Intellektuelle Sarah Palin zur Kandidatin für das Amt der Vize-Präsidentin auserkoren hat. Inkompetent ist noch eines der nettesten Wörter, die man im Zusammenhang mit Alaskas First Mom zu lesen und hören bekommt, zu unrecht wie es sich jetzt herausgestellt hat. Ihre größte außenpolitische Qualifikation (“you can see Russia from Alaska“) hat sich nämlich als richtig erwiesen. Zwar kann man nicht unbedingt von Festland zu Festland sehen, es gibt aber mitten in der Beringstraße zwei Inseln, die Sarah Palins Sehvergnügen möglich machen. Klein Diomede und Groß Diomede, die eine gehört zu Alaska, die andere zu Russland. Nur knapp vier Kilometer von Russland nach Amerika, kein Problem mal auf die andere Seite zu sehen und der Beweis für Mrs. Palins größte außenpolitische Qualifikation: Yes, you can see from Alaska to Russia.

Die Geographie im Rücken, die Macht vor Augen und ihre 17-jährige, schwangere Tochter an der Seite, kann für die Power-Mom aus dem Norden jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen. Jetzt nochmal kurz durchatmen, hoffen, dass der 72-jährige Kriegsheld Johnny McCain nicht noch vor dem Wahltag das Zeitliche segnet und mit Kraft nach D.C.  Sollte dies gelingen, wäre der Sieger der Mission Hockey-Mom schon ausgemacht. Ihr Vorgänger und großer Kriegsherr Dick (frei übersetzt: Schwanz) Cheney, Amerikas wohl unsympathischster Vize-Präsident in der mehr als 200-jährigen Geschichte des Landes. 
Der Mann, der beim Jagen auch mal einen Freund anschießt (G.W. Bush: “Dick Cheney is a man who loves the outdoors“), der schon des “Driving while intoxicated“ überführt wurde, der es sich auch als Vietnam-Drückeberger den Job als Verteidigungsminister nicht nehmen ließ. Dieser Mann, der sich wie kein anderer darin versteht, Öl, Krieg und Politik zu einem großen Einheitsbrei zu vermischen, könnte bald als großer Gewinner aus der Wahl am 4. November gehen. Sarah könnte augenzwinkernd an Dick vorbeiziehen und ihn als meistgehassten Politiker der freien Welt ablösen. So wird dann alles gut und vielleicht kommt Gouverneur Palin dann auch mal auf die andere Seite, auf die sie bisher nur rüberschauen konnte.