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Sonntag, 1. Januar 2012

Prost Neujahr - Angela Merkel im 4-Jahreshoch

Und jährlich grüßt das Murmeltier: 
Angela Merkel 2011, 2010, 2009, 2008

Wie jedes Jahr grüßt Mutti die Nation und das masochistische Volk sieht ganz genau hin. Was die Kanzlerin so gesagt hat, lässt sich wie jedes Jahr kurz und knapp mit folgendem Satz zusammenfassen: Wir gehen durch schwierige Zeiten, es gibt positive und ein paar negative Entwicklungen, wir müssen weiter hart arbeiten, die Lage ist ernst, aber voller Chancen und Prost Neujahr!

Interessant ist gerade wegen der atemberaubend austauschbaren Worte eben nicht die Rede, sondern vor allem Muttis Outfit und das ewig gleiche Hintergrundbild. Vielleicht ist das Bild ja auch viel aufschlussreicher über die Lage des Landes, die allgemeine Weltwirtschaftslage, den Stand der Euro-Krise, den Zustand der Koalition oder die Ehe der Kanzlerin als tausend gekonnt vom Teleprompter abgelesene Wörter, die in den Tagen und Wochen vor der Kanzlerinnenrede des Jahres von professionellen Schönschreibern in Form gebracht wurden.

Die Bilder zeigen Angela Merkel 2011, 2010, 2009 und 2008. Der Blazer sitzt wie immer tadellos, die Blumen liegen in diesem Jahr besonders schön beleuchtet zu Ihrer Rechten, die Brille liegt der Kanzlerin formvollendet auf der Nase und der Gesichtsausdruck überzeugt mit professionellem naja, also - okay, er überzeugt eigentlich nicht. Um die Versorgungslage an Grundnahrungsmitteln im Land besser einschätzen zu können, interessiert natürlich vor allem Angelas Doppelkinn und wir stellen fest: die Dame scheint seit Jahren mit genügend Kalorien - ihrer Gesichtsfarbe nach zu urteilen - wohl auch mit ausreichend Vitaminen versorgt zu werden. Ob das den vielen Krisen-Arbeitsessen, der Kantine im Bundeskanzleramt oder Kaffee-Kuchen-Kränzchen mit Freundinnen zu verdanken ist, bleibt vorerst allerdings unbeantwortet.

Der gesunde Gesamteindruck wird dieses Jahr noch durch einen Hauch von Luxus verstärkt. Die Frisur, wie immer ein Meisterstück deutscher Frisierkunst, scheint frisch aufgehübscht zu sein, während die Kanzlerin in den vergangenen Jahren vermutlich schon immer drei bis vier Wochen vor Neujahr ihren Jahresendtermin beim Frisuer ihres Vertrauens wahrnahm und dementsprechend die Frisur zu Silvester leider nicht mehr ganz im Idealzustand war. Frisch frisiert, in beruhigendem und vertrauenserweckendem Braun und ohne störenden Goldschmuck wie in so manchen Jahren zuvor, gab sich die Kanzlerin also zum Jahreswechsel die Ehre und begeisterte Stammwähler, Wechselwähler und Nichtwähler mit einem Gesamtkunstwerk unterschiedlichster Eindrücke. Prost Neujahr.

Montag, 27. September 2010

Gib mir fünf

Nicht ein, nicht zwei, nicht drei, nicht vier - nein, volle fünf Euro mehr sollen es für die Hartz IV-Empfänger werden und die verschiedenen Abteilungsleiter der Regierungsmannschaft beglückwünschen sich gegenseitig zu dieser großen Entscheidung.

Dass die Kanzlerin aus einer kleinen ostdeutschen Provinzstadt und der aknegeplagte Vize-Kanzler aus Bad Honnef, trotz allgemeiner Zweifel, eigentlich zu beeindruckenderen Entscheidungen in der Lage sind, ja, das haben sie eigentlich schon öfter bewiesen. Egal, ob notleidende Pharmakonzerne, dahinsiechende Energiekonzerne oder stresstestgeplagte Banken - den großen Jungs gönnt die kleine Koalition jede Milliarde und steckt gerne reichlich Steuergelder in die schweren Bilanzbücher unserer Vorzeigefirmen. Klar, dass es da die dekadent feiernden und vom Luxus verdorbenen Hartz IV-Empfänger nicht auf die schwarz-gelbe Prioritäten-Liste schaffen und vom warmen Geldregen erstmal ausgeschlossen werden. Sie gehören eben nicht zu den wirklich Bedürftigen in diesem Land und wen interessiert da schon das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wen kümmert der gesunde Menschenverstand, wer schert sich noch um antiquierte Begriffe wie Menschenwürde oder Chancengleichheit? Merkel, Westerwelle, von der Leyen und ihr Government-Champions League-Team sicher nicht. Die spielen ja gerne mit den dicken Fischen (DAX-Vorstände, Hotel-Lobby) und gewichten die Probleme eben auf ihre Art.

Da erinnert sich der interessierte Beobachter an Heinrich Haffenloher und seinen Freund Baby Schimmerlos und wir fragen uns ob es nicht möglich wäre, dass Ackermann und Westerwelle oder Großmann und Merkel auf ähnliche Weise verkehren, wie die 80er-Jahre Vorbilder aus Kir Royal. Irgendwie muss man ja auf dem langen Weg zur Entscheidung unterstützt werden und mit mickrigen fünf Euro kommt auch ein Haffenloher nicht weiter.


Mittwoch, 28. Oktober 2009

Merkel sagt die Wahrheit



"Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das was vor den Wahlen gesagt wird auch wirklich nach den Wahlen gilt."

- Angela Merkel, Bundeskanzlerin


Die Frisur sitzt, das Wasserglas ist 4/5 voll und nur 2/5 leer, rechnen kann eh niemand und wo die Mitte wirklich ist, das weiß ja auch noch der olle Schröder von der Gazprom. Mitte ist eben da wo man die Mitte hinrückt und was gesagt wird ist total egal.

Mittwoch, 5. November 2008

Yes, they can



Endlich können wir uns sicher sein. Der smarte, leicht dunkelhäutige Typ, den viele den ersten schwarzen Präsident Amerikas nennen, wird W´s Nachfolger. Das stimmt natürlich schon mal nicht, denn der erste schwarze Präsident Amerikas war ja Bill Clinton, der Blonde aus den Südstaaten mit den echten Brother-Problemen: Stress mit der Frau, dicke Geliebte, keine Kohle, keine Zeit für`s Saxophon.
Trotzdem hat Mr. Barack Obama mit seinem Tritt in den republikanischen Arsch nicht nur viele Nerven beruhigt, mit seinem Sieg hat vor allem sein zum Schwachsinn neigendes Volk endlich Zurechnungsfähigkeit bewiesen. Jetzt ist Schluss mit den Bushs, Cheneys & Palins, jetzt sind endlich wieder Leute am Start, die sich nicht beim Fernsehen an Brezeln verschlucken, Jagdfreunden ins Gesicht schießen und fehlerfrei bis zehn zählen können. Aber selbst die Dümmsten der Dummen (S. P., aus W, Alaska) haben uns gezeigt, dass man mit 150 000 Dollar für Klamotten und Schminke doch einiges aus sich rausholen kann. Spätestens wenn Eastside-Angie nächstes Jahr wieder durch die deutsche Provinz tingelt werden wir die schlechteste Fast-Vize-Präsidentin der Geschichte der USA dann doch vermissen.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

500 Milliarden-Spritze


Die gute Nachricht zuerst. Trotz der vernichtenden Ergebnisse vergangener und gegenwärtiger Pisa-Studien, haben immer noch viele Bürger dieses großartigen Landes eine ungefähre Vorstellung von der Anzahl der Nullen für die Vater Staat und Mutter Kanzlerin künftig bürgen werden: Elf. In Zahlen sieht das dann beeindruckend großzügig aus, wenn man sich zuerst die 5 vorstellt und sich dann langsam durch die 00 000 000 000 liest. 
Noch beeindruckender ist allerdings die Übereinkunft aller, dass den ja schon immer als besonders notleidend zu bemitleidenden Banken und Bänkern geholfen werden muss, weil die bösen Amerikaner hinterhältig und rücksichtslos deutsche Banken, deutschen Bänkern und deutschen Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen haben.

Da freuen sich jetzt alle über die nette Finanzspritze und Angie lässt es sich nicht nehmen das größte Geschenk der Geschichte im Kanzleramt vor laufenden Kameras freudig zu verkünden. Im dunkelgrauen Hosenanzug , weißem T-Shirt und nicht ganz frisch geföhnten Haaren sitzt sie dann vor Peter Limbourg und versichert den Zuschauern es werden wahrscheinlich nur hundert Milliarden, also 100 000 000 000, immer noch neun Nullen.
Der erstaunte Beobachter fragt sich natürlich wo das ganze Geld denn hin ist. Haben es uns wirklich die bösen Cowboys geklaut und es dann auf staubigen texanischen Ranches in den trockenen Boden gebuddelt?

Wahrscheinlich waren es wohl eher die Finanz-Cowboys diesseits und jenseits des Atlantiks selbst, die einfach nur eine große Party gefeiert haben. Die fünf größten amerikanischen Investmentbanken haben im letzten Jahr 39 Milliarden Dollar als Boni ausgezahlt, Jérôme Kerviel hat bei der Société Générale ganz alleine 5 Milliarden verzockt, Goldman Sachs hat 30 000 Mitarbeitern durchschnittlich 661 000 Dollar überwiesen, Josef Ackermann ist der bestbezahlte deutsche Manager und seine Kollegen verdienen auch ganz gut. Es ist also kein Geheimnis wo die Kohle hin ist. Überbezahlte Spieler in hohen Glastürmen verzocken und verjubeln real verdientes Geld und mit Merkels 500 Milliarden-Geschenk kann die Party weitergehen.