Nicht ein, nicht zwei, nicht drei, nicht vier - nein, volle fünf Euro mehr sollen es für die Hartz IV-Empfänger werden und die verschiedenen Abteilungsleiter der Regierungsmannschaft beglückwünschen sich gegenseitig zu dieser großen Entscheidung.
Dass die Kanzlerin aus einer kleinen ostdeutschen Provinzstadt und der aknegeplagte Vize-Kanzler aus Bad Honnef, trotz allgemeiner Zweifel, eigentlich zu beeindruckenderen Entscheidungen in der Lage sind, ja, das haben sie eigentlich schon öfter bewiesen. Egal, ob notleidende Pharmakonzerne, dahinsiechende Energiekonzerne oder stresstestgeplagte Banken - den großen Jungs gönnt die kleine Koalition jede Milliarde und steckt gerne reichlich Steuergelder in die schweren Bilanzbücher unserer Vorzeigefirmen. Klar, dass es da die dekadent feiernden und vom Luxus verdorbenen Hartz IV-Empfänger nicht auf die schwarz-gelbe Prioritäten-Liste schaffen und vom warmen Geldregen erstmal ausgeschlossen werden. Sie gehören eben nicht zu den wirklich Bedürftigen in diesem Land und wen interessiert da schon das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wen kümmert der gesunde Menschenverstand, wer schert sich noch um antiquierte Begriffe wie Menschenwürde oder Chancengleichheit? Merkel, Westerwelle, von der Leyen und ihr Government-Champions League-Team sicher nicht. Die spielen ja gerne mit den dicken Fischen (DAX-Vorstände, Hotel-Lobby) und gewichten die Probleme eben auf ihre Art.
Da erinnert sich der interessierte Beobachter an Heinrich Haffenloher und seinen Freund Baby Schimmerlos und wir fragen uns ob es nicht möglich wäre, dass Ackermann und Westerwelle oder Großmann und Merkel auf ähnliche Weise verkehren, wie die 80er-Jahre Vorbilder aus Kir Royal. Irgendwie muss man ja auf dem langen Weg zur Entscheidung unterstützt werden und mit mickrigen fünf Euro kommt auch ein Haffenloher nicht weiter.
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Montag, 27. September 2010
Donnerstag, 11. Februar 2010
Unser Mann in Rom
Das Bild des Schreckens geht um und es ist grausam. Nein, nicht Grinsebacke auf dem Foto weiter unten - der ist Außenminister und unser wichtigster Brillenträger zwischen Bad Honnef und dem Hindukusch. Der Grund für den Untergang der westlichen Kultur ist noch schlimmer, noch unglaublicher, noch unerhörter und noch viel schockierender als bisher angenommen. Es ist der luxussüchtige deutsche Hartz IV-Empfänger, also Menschen die auf Kosten der Steuerzahler leben wie man es seit der spätrömischen Dekadenz nicht mehr gesehen, und mindestens seit Hugh Hefners großen Zeiten nicht mehr gehört hat. Wilde Orgien, in römischen Palästen nicht ganz unähnlichen Plattenbau-Burgen, werden da gefeiert, Aldi-Schampus läuft durch die Rachen des Pöbels wie das Wasser des Tibers durch das antike Rom und der Hartz IV-Regelsatz von unglaublichen 359 Euro im Monat wird so dekadent verprasst, dass selbst Gott in Frankreich, Gaius Iulius Caesar in Rom oder Dr. Guido Westerwelle in Berlin vor Neid erstarren. Das muss ein Ende haben findet da der Mann, der zwar kein römisch, dafür aber schlecht englisch spricht, und das Volk schreit JA! Nieder mit der dekadenten Unterschicht, weg mit Staats-Geld für Essen, Wohnung, Kleidung und anderen luxuriösen Unfug. Endlich hat ein Politiker begriffen worum es wirklich geht und Wörter zusammengefügt, die schon längst in einem Atemzug genannt werden sollten: "Hartz IV, Dekadenz, anstrengungsloser Wohlstand". Guido, das ist der Wahnsinn, das ist super, schrei den Frust mal richtig raus.

Unser Mann in Rom und anderswo - Dr.G. Westerwelle

Unser Mann in Rom und anderswo - Dr.G. Westerwelle
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