Freitag, 10. Juni 2016

Mit Nazis werben

Das hatten wir ja schon mal, so zwischen 1933 und 45 waren die Jungs und Mädels von der Rassistenfront ganz vorne, wenn es darum ging dem Volk den totalen Krieg, den nächsten Massenmord oder einfach nur gnadenlosen Scheiss zu verkaufen. Jetzt ist Gauland dran, der gute Mann aus Potsdam, der ja kein Rassist ist. Nur dunkelhäutige Mitbürger mag er eben nicht, und Moslems auch nicht, und alle, die nicht die Kultur seiner Väter teilen natürlich auch nicht. Die genaue Anzahl der gaulandschen Väter kennt wohl, wenn überhaupt, dann nur seine Mutter, was seine Nachbarn aber sicher nicht stört. Wenn jetzt doch jemand im Potsdamer Norden umziehen möchte, voilà. Hier werden Sie geholfen:



Mittwoch, 30. September 2015

Zitat-Highlights: September 2015

Die Wirklichkeit ist besser als jede Fiktion, und deshalb gibt es ab jetzt am Ende des Monats die Zitat-Highlights. Das kann kein Drehbuchschreiber besser, das kann man nur sagen, wenn man so spricht wie man eben denkt. Vorhang auf für September 2015:


 "Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat."

- Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister bei "Hart aber fair"


"Er hat gesagt, dass er es nicht so gemeint hat, das mit dem „wunderbaren Neger“. Ich meine für Sie wäre es doch auch nicht schlimm, wenn ich sagen würde, Sie sind ein wunderbarer Weißer, oder?"

- Roberto Blanco, Entertainer und Ehrenmitglied der CSU im Interview des Tagesspiegel


"Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen, dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

- Angela Merkel, Pressekonferenz mit dem österreichischen Kanzler Faymann



"Wir alle sind eigentlich irgendwann Flüchtlinge gewesen."

- Christian Streich, Pressekonferenz mit dem Trainer des SC Freiburg 



„Ich geben Ihnen mein Wort, bei all dem werden wir mit der größtmöglichen Offenheit und Transparenz vorgehen.“

- Martin Winterkorn, zurückgetretener Vorstandschef von VW zum Dieselgate

Samstag, 19. September 2015

Früher war alles besser. Fußballer trugen Vokuhila, Fans waren homophobe Rassisten und Trainer kettenrauchende Alkoholiker. Das ist jetzt alles vorbei, alles nur noch Retrokitsch. Die neue Generation auf dem Platz, an der Seitenlinie und auf der Tribüne überrascht mit Herz und Verstand - Refugees Welcome. 

Wer dumme, rassistische und homophobe Idioten sucht, der geht nach Sachsen, wer Sehnsucht nach alten Männern mit Bier, Korn und Kippen hat, der geht in die Eckkneipe. Fußballer und vor allem Trainer sind spätestens seit Christian Streichs Flüchtlings-Pressekonferenz raus aus der Gosse. Bier- und hirnvernebelte CSU-Stammtische werden sich wohl bald einen neuen Sport aussuchen müssen, denn das, was da gerade in deutschen Stadien und Presseräumen abgeht, hält man ja als xeno- und homophobes Arschloch kaum noch aus. Als Rückzugsort empfehlen wir Dynamo Dresden, den Halleschen FC und Hansa Rostock und jetzt Vorhang auf für Christian Streich vom SC Freiburg.


Mittwoch, 16. September 2015

Der Herrmann der Woche

Die "Flüchtlingskrise" bringt nicht nur Gutes, nein, es gibt auch negative Seiten des Zustroms: vor allem die verstärkte Medienpräsenz des Joachim Herrmann. Der trägt nicht nur seine Zahnarztbrille unter akkurat wegrasierten Koteletten, er gibt in diesen turbulenten Zeiten den Dümmsten der Dummen eine Stimme und zeigt warum die CSU in bildungsfernen Milieus die wahre Nummer 1 ist. 

Eigentlich sollte der Mann vom Verfassungsschutz beobachtet werden, aber vielleicht ja auch nicht, denn sein leuchtend blauer Anzug und das braungebrannte Gesicht geben ihm trotz seiner einfachen Weltsicht eine gewisse Eleganz, die dann aber leider wieder, von seinen schon erwähnten, zu akkurat abrasierten Koteletten zerstört wird. Wie auch immer, Joachim Herrmann und sein bayerisches Rechtsaußen-Regime fallen ja fast täglich mit Meinungen, Kommentaren und Aussetzern auf, die dem Begriff Fremdschämen selbst im Land von Helene Fischer eine neue Dimension verleihen. Und die richtigen Kracher sind leider keine minutiös geplanten Schleimattacken auf die bayerische Bierzeltwählerschaft, es sind spontane Reaktionen, die ehrlich und authentisch sind - und deshalb umso mehr schmerzen. "Roberto Blanco war immer ein ganz wunderbarer Neger" schlug ein wie eine Bombe und Joachim Hermann hat noch einiges mehr drauf. Langsam aber sicher mausert er sich zum Feind aller, die Intelligenz, Toleranz und Menschlichkeit für positive Eigenschaften halten und brilliert mit Meinungen, die auch dem "Nazi-Lutz" (Bachmann) aus Dresden gefallen würden. 


Hier der Hermann der Woche:

"Ich hoffe sie meinen es nicht so bös´, aber es ist eine Beleidigung der Vertriebenen."

Das ist wohl eine Beleidigung der Flüchtlinge, aber die noch größere Beleidigung der Intelligenz der Fernsehzuschauer ist Joachim Herrmann selbst.



Sonntag, 6. September 2015

The King´s Birthday

Der König hat Geburtstag und keiner will feiern. Wirklich niemand? Doch, ganz am Rande dieses Landes, lebt das kleine, schrullige Völkchen der Bajuwaren und lässt sich von einer kleinen, schrulligen Regionalpartei regieren. Die trägt das Wort Christlich im Namen und wartet schon lange auf einen geeigneten Anlass mal wieder ordentlich die Korken knallen zu lassen - der König wir hundert.

Dabei ist er schon vor mehr als einem Vierteljahrhundert seinem Volk und seiner Partei in den ewigen Jagdgründen verloren gegangen und eigentlich wartet die Christlich Soziale Union seit diesem verhängnisvollen Tag auf nichts weiter als auf das christlichste aller Wunder: die Wiederauferstehung. Es ist für erfahrene Bierzeltromantiker auch nicht einzusehen warum das diesem dunklen, langhaarigen und wahrscheinlich arbeitslosen Asylanten aus Betlehem vergönnt ist, und dem bayerischen Heiland Franz Josef nicht. Vielleicht klappt es ja jetzt endlich, zum Hundertsten. An den Oster- bzw. Geburtstagsfeierlichkeiten soll es auf jeden Fall nicht scheitern und da lässt man sich auch nicht von kleinlichen Korruptionsvorwürfen oder gar von Strauß´ erdoganschem Verständnis von Demokratie und Pressefreiheit beirren. Wie auch immer, Happy Birthday.






Gorbatschow: "Sind Sie zum ersten Mal in der Sowjetunion.?"

Strauß: "Nein. Aber beim ersten Mal bin ich nur bis Stalingrad gekommen."



Dienstag, 1. September 2015

Joachim Hermann Unplugged

Joachim Herrmann redet bei "Hart aber fair" und alle sind baff. Wie kann so einer Minister eines Bundeslandes werden? Ist er ein schwerer Fall für den Verfassungsschutz oder nur ein hoffnungsloser Fall für die Klapse?

Eigentlich verwundert nur die Verwunderung. Die Stammtisch- und Bierzelt-Profis der bayerischen Regionalpartei CSU reden natürlich so, oder hat irgendwer ernsthaft vermutet Joachim Herrmann würde am Wirtshaustisch mit seinen Dorffreunden, am Küchentisch bei seiner Frau oder am Kabinetttisch mit seinen Parteifreunden dunkelhäutige Menschen nicht als "Neger" bezeichnen. Eben, so sind die eben und wer sie trotzdem wählt, ist selber schuld.

"Neger", laut Wikipedia:

 Neger (von französisch nègre, spanisch negro, lateinisch niger für „schwarz“) ist ein im 17. Jahrhundert in die deutsche Sprache eingeführte Bezeichnung, die auf eine dunkle Hautfarbe so Bezeichneter hinweist. Das Wort fand zunächst nur begrenzt Verwendung; mit dem Aufkommen der eng mit der Geschichte von Kolonialismus, Sklaverei und Rassentrennung verbundenen Rassentheorien und der (seit langem überholten) Vorstellung einer „negriden Rasse“ bürgerte es sich ab dem 18. Jahrhundert in der Umgangs-, Literatur- und der Wissenschaftssprache ein. Neger wird seit einigen Jahren zunehmend und immer mehr verbreitet auch als Schimpfwort gewertet, als eine abwertende, rassistische Bezeichnung für schwarze Menschen.